Freitag, 23. Januar 2015

Die Sache mit dem Haushalt

Von Montag bis Freitag klingelt mein Wecker um 5.50 Uhr. Ich mache Frühstück und Brotboxen für die Familie, lege Anziehsachen zurecht und drehe eine kleine Runde im Haus mit Betten machen und die größten Hindernisse aus dem Weg räumen, damit mich nachmittags nicht der Schlag trifft. Gegen 7.20 Uhr verlasse ich das Haus in Richtung Arbeit.
Auf dem Heimweg gibt es meist immer was zu erledigen, sehr häufig Lebensmittel nachkaufen, mal was aus dem Drogeriemarkt, mal kurz zur Bücherei, so dass ich dann zwischen 13.30 und 14.00 Uhr daheim bin. Dann erst mal essen, oft Reste oder was eingefrorendes von kochen-in-rauen-Mengen-am-Wochenende. Das ist die ruhigste Zeit des Tages, zur Zeit haben wir sogar mal wieder eine Tageszeitung, die blätter ich dann beim Essen durch und versuche ein wenig Bildung aufzuschnappen!
Im Anschluss die Küche aufräumen, denn oft wartet die noch nicht ausgeräumte Spülmaschine und das sich schon türmende Frühstücksgeschirr. Danach noch kurz überlegen was ich noch ohne Kinder erledigen muss, hauptsächlich Telefonate führen (und damit meine ich keine Freunde anrufen, eher Termine ausmachen oder offene Fragen recherchieren, gerne im Bezug auf Rechnungen etc.).
In der letzten noch verbleibenden Zeit merke ich, dass ich schon sehr k.o. bin. Es ist dann meist kurz vor 15 Uhr, gleich kommen die Schulkinder heim, ich bereite ihnen die geliebte Kaffeestunde vor, immer Obst, eigentlich auch immer Kuchen oder Kekse, manchmal Joghurt oder so.
Zu diesem Zeitpunkt bin ich neun Stunden wach und eigentlich im Dauereinsatz.
Trotzdem sprinte ich kur nach dem Eintreffen der Schulkinder los und hole den Jüngsten vom Kindergarten ab. Danach sitzen wir alle und genießen  die Kaffeestunde. Diese Mahlzeit liebe ich genauso wie die Kinder, nichts des Kuchens wegen, sondern einfach mal relativ stresslos plaudern. 
Es sei denn, ein Hobby der Kinder steht an, dann müssen wir oder eins der Kinder los.
An anderen Tagen bleiben wir einfach zuhause oder tauschen Kinder mit den Nachbarn aus. Und könnten zusammen spielen. Könnten. Denn da liegt immer noch ein Berg an Dingen, die gemacht werden wollen. Ich brauche das wohl kaum detailliert aufzuschreiben, Wäscheberge einmal ungefaltet, einmal gefaltet und auf dem Weg in die Kleiderschränke, Unordnung, Dinge, die zu sortieren sind, und auch einiges, das ich in der kinderfreien Mittagszeit nicht geschafft habe. 
Gleichzeitig fragen die Kinder, ob ich mit ihnen spiele. Ein Spiel. Oder Kunde im ausgedachten Friseursalon bin. Oder vorlese. Ich sage fast immer ab, fast immer mit dem abgedroschenen Satz "ich habe keine Zeit". 
Aber wie soll ich es machen? Die klugen Erziehungsratgeber sagen zwar immer, man soll den Haushaltskram liegen lassen - aber am nächsten Tag ist er doch immer noch da?? Manchmal spiele ich auch mit, aber dann weiß ich, dass ich nach dem Zubettgehen der ganzen Mannschaft diese und jenes noch machen muss, dann sinkt die Laune und ich schaffe es kaum, mich noch dazu aufzuraffen, ich bin einfach müde. Und das kann es ja eigentlich auch nicht sein, die Kinder sind im Bett und ich fange ne Haushaltsrunde an?
Ich wäre ja mal sehr neugierig, wie das so woanders läuft. Ist es möglich, Dinge zu erledigen und gleichzeitig mit und bei den Kindern zu sein?
Ich finde bisher keine Lösung und hangel mich daher von einem Modell in das andere und zurück, mal Zeit für die Kinder, mal Zeit für mich. Und habe in beiden Varianten ein schlechtes Gewissen. 
Irgendwelche Tipps?!


Kommentare:

  1. Hallöchen, ich habe zwar "nur" einen Racker (2,5) hier, aber mein Mann und ich versuchen, ihn einfach immer in den Haushalttätigkeiten einzubinden, wenn er Interesse zeigt. Das kann bedeuten, dass er sein Zimmer staubsaugt, was seeehr lange dauern kann, wir zusammen Wäsche aufhängen oder ich setz mich mit dem Wäschekorb voller Wäsche in sein Zimmer und wir erzählen. Ich mach dann ein paar Wäschestücke, dann lesen wir ein Buch, dann spielt er wieder mit seinen Autos, ich kann weitermachen und er genießt, dass ich einfach bei ihm bin. Den Geschirrspüler räumt er auch gern aus. Wir haben uns entschieden, das alte Geschirr für den Alltag noch nicht zu erneuern und in einem für ihn zugänglichen Regal zu lagern. Macht sich auch für Tisch decken super. Das zieht sich natürlich alles, aber es hat sich für uns ganz gut eingespielt. Manchmal geht auch gar nix. Aber wir leisten haushaltstechnisch auch meist nur 80 % und sind meist zu zweit. �� Viele Grüße!

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    1. Liebe Julia,

      danke für Deinen Kommentar!
      Das hört sich gut an bei Euch! Ich versuche das ja auch ab und an mal. Da meine Kinder schon älter sind aber mehr in die Richtung, dass sie selbst Sachen übernehmen. Und dann liegt es leider oft an mir, dass ich manchmal zu ungeduldig oder zu perfekt sein will:-(
      Aber ich sehe in Kommentaren wie wie von Dir, da ist noch viel Potential und ich gelobe Besserung:-))
      Liebe Grüße, die Breze

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